ZeBuG beim NZNB: Nachhaltigkeit aus Stroh

Einige Teammitglieder des ZeBuG‘s (Zentrum für energieeffiziente Bau- und Gebäudetechnik) haben das Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen (NZNB) in Verden an der Aller besucht. In den Räumlichkeiten des Kompetenzzentrums wurde ein dreitägiger Workshop mit folgenden Themenschwerpunkten durchgeführt:

  • Erkundung des NZNB mit Fachvorträgen zum nachhaltigen Bauen mit Stroh und anderen nachwachsenden Rohstoffen (Nawaros)
  • Weiterentwicklung der Unterrichtsmodule des ZeBuG‘s zur Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Am ersten Tag stellte die Geschäftsführerin Frau Dorothee Mix das Zentrum vor. Im Mittelpunkt stand die Planung, Konstruktion und bauliche Umsetzung des fünfstöckigen(!) Gebäudes aus Stroh und Lehm. Zudem wurde eine Praxishalle für die Unterweisung zur fachgerechten Ausführung des Lehm- und Strohbaus besichtigt. Höhepunkt war die große Ausstellungshalle im UG des Zentrums, die mit sehr anschaulichen Modellen zum energieeffizienten Bauen, an denen man auch selbständig experimentieren konnte, aufwartete. Nachmittags  wurde (mit den neuen Impulsen) am Konzept des ZeBuG’s weitergearbeitet.

Der zweite Tag wurde von Herrn Dirk Großmann, pädagogischer Mitarbeiter des NZNB und Geschäftsführer der „BauStroh GmbH“ gestaltet. Mit ihm zusammen erarbeiteten die Teilnehmer das Thema „Nachhaltiges Bauen und Sanieren“, wobei der Begriff der „starken Nachhaltigkeit“ im Zentrum stand. Dabei wurde deutlich, dass eine rein ökonomische Bilanzierung der Nachhaltigkeit nicht möglich ist. Nachhaltigkeit ist eher eine innere Haltung und bedeutet, nicht alles zu tun, was man tun kann. Hier gilt das Motto „weniger ist mehr“. Zudem ging es um die Begrifflichkeiten des Primärenergieinhaltes (PEI). Es wurde deutlich, dass dieser Begriff in der aktuellen EnEV nicht ausreichend berücksichtigt wird, da die Systemgrenzen -je nach Betrachtungsweise- zu offen bzw. zu eng gesteckt sind. In diesem Zusammenhang muss auch die Frage nach der Grauen Energie, dem Energetischen Erntefaktor und/oder dem Energetischen Amortisationszeitpunkt gestellt werden. Bei der Wahl der Dämmstoffe sollte auf möglichst regionale, natürliche und noch besser nachwachsende Rohstoffe zurückgegriffen werden. Dabei zeigte eine gut sortierte Dämmstoffbar die Vielzahl an Möglichkeiten.

Nach der methodisch-spielerischen Umsetzung, welchen Weg ein Baumaterial von der Urproduktion bis zur bautechnischen Nutzung zurücklegt, wurde den Teilnehmern zum Abschluss ein Gebäudesteckbrief vorgestellt. Gebäudesteckbriefe dienen der Anamnese (Zustands-Diagnose) zur ganzheitlichen Darstellung von Gebäuden und Grundstücken als mikroräumliches Umfeld. In den restlichen Stunden wurde wieder sehr konstruktiv an den Modulen des ZeBuG‘s weitergearbeitet, wobei die Eindrücke und Anregungen aus dem NZNB sehr hilfreich waren.

Am dritten und letzten Tag ging es nochmal mit Frau Mix in die Ausstellungshalle. Im Fokus dabei stand der für die Teilnehmergruppe sehr anschauliche Blower-Door- bzw. Rauchversuch anhand eines kleinen Modellhauses.

Mit einer Feedbackrunde zu den Leitfragen:

a) „Was habe ich kennengelernt, um meinen Azubis Nachhaltigkeit be-greifbar zu machen?“
b) „Was habe ich kennengelernt, das mich zu meinem eigenen (gewerkeübergreifenden) Projekt inspiriert?“

… sowie der gemeinsamen Festlegung von Zielvereinbarungen, für die Weiterentwicklung des ZeBuG’s, wurde der Workshop abgeschlossen.

Vielen Dank an alle Beteiligten

(Eigener Bericht von Jost Bitter und Michael Friebe)

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